59. Trachtenwallfahrt 2010, Schleching-Raiten
Mai 16th, 2010 | by lukk | Rubrik: Nachlese, Schleching1951 was es, als sieben Raitener Männer die Trachtler aus den Nachbargemeinden aufriefen, mit einer Wallfahrt die Erinnerung an die Kriegsopfer wach zu halten. Wenn dann heute, nach 59 Jahren zu Himmelfahrt weit über 1.000 Trachtler und Trachtlerinnen im Gebet durch die ansonsten morgenstilllen Unterwössner Straßen Richtung Raiten ziehen, ist es beeindruckend, wie lebendig dieser Gedanke über die Jahre geblieben ist.
Doch Trachtler blicken nicht nur zurück, sondern schauen auch nach vorn. Das bewies am Altar unter der Wallfahrtskirche Maria zu den sieben Linden der Gauvorstand des Chiemgau-Alpenverbandes Ludwig Entfellner, Unterwössen. Er gedachte in seiner Begrüßung nicht nur der Gefallenen und freute sich über die glücklich Heimgekehrten. Er forderte auch auf, sich den Herausforderungen der Neuzeit zustellen, dabei aber der Tracht und Sitte einen gehörigen Platz zu erhalten.
Wallfahrtspfarrer Georg Gilgenrainer aus Höhenmoos zelebrierte die Messe. Auch er zeigte sich in seiner Predigt beeindruckt von der Haltung der Trachtler und Trachtlerinnen, wie sie u.a. in dieser Wallfahrt zum Ausdruck komme. Dem stellte er die Rastlosigkeit des heutigen, immer schneller drehenden Alltags gegenüber. Dem immer schnelleren Tanz um das goldene Kalb der Neuzeit könne man nur im festen Glauben an Gott entkommen. Monsignore Georg Gilgenrainer gedachte – flankiert von den Fahnenabordnungen – im Anschluss an den Gottesdienst mit den Teilnehmern der Gefallenen und Toten am Soldatenkreuz. Nach dem Lied vom guten Kameraden der Musikkapelle Schleching beendete der Kanonensalut die Totenehrung. Die Bayernhymne schloss eine gelungene Veranstaltung ab. Zu deren Erfolg hatten vor allem auch die Schlechinger Sänger mit Rudi Ritter und die Musikkapelle Schleching mit Kapellmeister Erwin Gründler beigetragen. Ein kurzer Weg führte in den benachbarten Feichtenhof. Dort ging es bei Brotzeit und Bier, bei Musi von den Danzlkrainern bis in den späten Nachmittag dahin. Nur schade, dass mit nur nasskalten Wetter der würdigen Veranstaltung das I-Tüpfelchen versagt war.
























































