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Staudach-Egerndach | Boogie Boys rollen den Boogie durch den Saal

Autor +Ludwig Flug
Mai 10th, 2010 | by | Rubrik: Nachlese, Staudach-Egerndach

Grandioses Konzert der Staudacher Musikbühne im Gasthof Mühlwinkl

Staudach-Egerndach. “Boogie Boys are in town” so heißt eines Ihrer anfangs gespielten Stücke. Und mit diesen drei polnischen “Boogie Boys” schickten zwei donnernde Klaviere und ein Schlagzeug rollenden Boogie Woogie durch den Saal des Gasthofes Mühlwinkl. Er traf auf erwartungsfrohes Publikum der Staudacher Musikbühne und animierte schon im zweiten Stück zu fleißigem Taktklatschen und Refrainsingen. Dessen Leidenschaft hielt bis in die späte Nacht an, als die Zuhörer – energisch wie selten – Zugabe um Zugabe von den drei Musikern verlangten.

Dazwischen lag ein voller Musikabend mit den Brüdern Bartek (Piano) und Simon Schopinski (Schlagzeug) und dem Mitpianisten Michael Cholewinski, die – so belegt es die Liste der Preise – mit zu dem Besten gehören, was polnischer Boogie hervorbringt. Es war ein Abend voll Leidenschaft, Musik- und Rhythmusgefühl, phantastischem Pianistengeschick, energiegeladenem Schlagzeug, einer unglaublichen Ausdauer und grandiosem Zusammenspiel.

Die polnische Band "Boogie Boys" im Konzert auf der Staudacher Musikbühne im Gasthof Mühlwinkl, Staudach-Egerndach

Zwei Pianisten, ein Schlagzeuger, das sind die Boogie Boys.

Vier Pianistenhände. die – als seien sie von jedem Körper losgelöst – unaufhörlich mit aberwitziger Geschwindigkeit, fehlerlos im Einklang mit den anderen Händen über die Tasten flitzten, Stunde um Stunde. Darüber zwei gelassen vor Spielfreude schmunzelnde Gesichter, der immer noch jungen Männer. Manchmal hatte man den Eindruck, die schauten aus der Sorge nicht hin, was die Finger da spielten, weil es sie sonst aus dem absoluten Gleichklang gebracht hätte. So nahmen sie sich einfach die Zeit sich dem Publikum zuzuwenden und mit dem die Freude an der Musik zu teilen. Boogie Woogie alter Meister, oder auch eigene Kompositionen. Polnisches Volkslied traf amerikanische Rhythmen. Dann wieder ein schöner kräftiger Blues. Kleine Clownerien an den Tasten, wie theatralische Ausholbewegungen zum kleinen Ping oder überraschende Abschlüsse. Meisterhaftes Klavierspiel. Dazu ein Ausnahmeschlagzeuger in der Bühnenmitte zwischen den beiden Pianos, der für varientenreiche Untermalung und Betonung, aber auch für einen unglaublichen Drive sorgte, wenn das Publikum dem Schwung der Musiker entgleiten wollte.

Ab und an gab es schönen Blues oder Boogie-Gesang von Gesang von Bartek Schopinski, ansonsten waren vokale Arrangements von den anderen beiden Mitmusikern eher die Ausnahme. Allerdings gab es zwei viel beklatschte Harp-Einlagen des Schlagzeugers, Michael Cholewinski das Schlagzeug übernahm.

Die Höhepunkte setzte es am Ende und in den Zugaben. Töne, wie aus einer einschläfernden Kinderspieluhr leiteten den Knaller “Great Balls of Fire” ein. Die Zuneigung zum Publikum brachte “Everabody needs somebody” zum Ausdruck.

Da stand das Publikum längst an seinen Plätzen. Und dass es am Ende nicht noch weiter Zugabe um Zugabe gefordert hatte, lag mehr daran, dass sich die Musiker erkennbar verausgabt hatten, als daran, dass das Publikum nicht noch mehr Boogie Woogie ausgehalten hätte.

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2 Kommentare
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  1. [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Ludwig Flug erwähnt. Ludwig Flug sagte: Boogie Boys rollen den Boogie durch den Saal: http://bit.ly/dvtvwj via @addthis [...]

  2. jetzt auch bei Topsy! Wundervoll! Gruß L

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