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Oberwössen | Taubenzüchter Paul Herdegen erhält Siegerring

Autor +Ludwig Flug
Mai 29th, 2010 | by | Rubrik: Nachlese, Unterwössen

“Die Schönsten wohnen in Oberwössen!” Ehe sich jetzt ob dieser Aussage zorniger Widerspruch im Gau erhebt, sei gesagt, der Oberwössner Paul Herdegen hat es schriftlich. Ohnehin wird keiner widersprechen, wenn er erst einmal mit ihm zusammen eine seiner Volieren betreten hat. Seine Voorburger Schildkröpfer gehören mit zu den schönsten Tauben, die es in der Bundesrepublik gibt. Mit Ihnen errang Paul Herdegen seit dem Jahr 2000 zehn Mal in Folge den Titel “Deutscher Meister” und 2006 den Europameister. Doch jetzt gelang ihm wirklich Außergewöhnliches. Seine Tauben gewannen den goldenen Siegering auf der Bundesschau in Dortmund, eine Art Oscar der Taubenzüchter. Der Ring wurde am 09. Mai auf der Bundesversammlung des Bundes Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG) in Freudenstadt /Schwarzwald verliehen.

Paul Herdegen, Oberwössen, Taubenzüchter und Träger des goldenen Siegerringes des Bundes Deutscher Rassegeflügelzüchter

Paul Herdegen, Oberwössen, Taubenzüchter und Träger des goldenen Siegerringes des Bundes Deutscher Rassegeflügelzüchter

Paul Herdegen, 1963 geboren und in Breitbrunn am Chiemsee aufgewachsen, wurde im Alter von sechs Jahren von seinem Großvater für die Taubenzucht gewonnen. Der Eifer des Buben brachte ihm schnell auf den Taubenmärkten der Region den Spitznamen “Breitbrunner Taubenlackl” ein. In 1973 stellte er erstmals aus und seit 1998 ist er regelmäßig auch auf überregionalen Ausstellungen in ganz Deutschland vertreten.

Zuvor war er 1980 mit dem damaligen Vorstand des Rassegeflügelzuchtvereins Obing bekannt geworden und in Folge in diesen Verein eingetreten, der ihm heute noch der Heimatverein ist. Im gleichen Jahr begann er sich auf die Rasse Voorburger Schildkröpfer seiner heute erfolgreichen Tauben in Volierenzucht zu konzentrieren, nachdem  er in jungen Jahren auch eher gebräuchliche “Bauerntauben” im Freiflug gehalten hatte.

Die Taubenzucht ist ein langwieriges Geschäft. Zuchterfolge durch Kreuzungen stellen sich erst nach ca. fünf Jahren ein. Dazwischen bedürfen die Tiere ständiger Pflege und Obacht. Das Frühjahr und der Sommer gehören der Aufzucht und der Pflege, sodann beginnt die Vorbereitung für die Ausstellungssaison von Herbst bis Anfang Januar. In Arbeitsteilung fahren die Vereinsmitglieder in der Mitte der Woche die Tiere zu Ausstellungen überall in der Bundesrepublik. Der Taubenbesitzer kümmert sich dann das Wochenende dort persönlich um seine Tiere und deren Präsentation. Wie im Mannequin-Gewerbe gibt es auch für Rassetauben eine Kosmetik, die sich auf das vorsichtige Beschneiden einzelner Fehlfedern beschränkt.

Prämiert wird auf Großausstellungen nicht nur die Einzeltaube, sondern immer fünf Jungtiere gleicher Rasse, gleicher Farbe, aber unterschiedlichen Geschlechts. Dabei sind Vereinsmitgliedschaften und Herkunftsnachweise Pflicht. Ein strenges Wertungssystem, das für die besten Tiere Kontrollbewertungen durch zwei weitere Preisrichter vorschreibt, sorgt für eine einheitliche, aussagekräftige Bewertung. Siege in solchen Wettbewerben genießen deshalb unter Fachleuten eine hohe Wertschätzung. Und wer dann noch den goldenen Siegerring auf der Bundesschau gewinnt, ist in Züchterkreisen in aller Munde.

Pro Jahr werden diese Siegerringe immer nur für zwei ausgewählte Rassen aus der Menge der ungefähr 600 zugelassenen Taubenrassen ausgewählt. Wer in dieser Rasse den Siegerring mit seinen Tieren gewinnt, sieht darin so etwas wie die Krönung seines Züchterlebens, denn es ist nicht zu erwarten, dass für dieselbe Rasse noch zu Lebzeiten erneut ein Siegerring vergeben wird.

Für den Paul Herdegen ist das aber kein Abschluss, sondern nur eine Herausforderung, seine Zucht weiter erfolgreich zu betreiben. Auch um den Preis, dass seine Familie und der Urlaub hinter dieser Leidenschaft immer wieder etwas zurück treten müssen. Sie bringen seiner Leidenschaft viel Verständnis entgegen, denn seine Tauben sind eben die Schönsten im ganzen Land!

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2 Kommentare
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  1. Glückwunsch, hier hat man einen hervorragenden Redakteur (-rin) gefunden, der es verstanden hat, mit viel Einfühlungsvermögen das Hobby unseres “Goldenen Paul” angemessen und leserfreundlich darzustellen.
    Das gelingt uns leider viel zu selten!
    Also: Sehr gelungenes Porträt!
    Gruß H. Sderra

  2. Da bleibt dem Dorfschreiberling und Redakteur nur zu sagen:
    Herzlichen Dank für die lobenden Worte!
    Gruß
    L

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