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Unterwössen | Maibaum aufgestellt

Autor +Ludwig Flug
Mai 4th, 2010 | by | Rubrik: Nachlese
Maibaum aufstellen 2010

Maibaumaufstellen 2010 auf dem Wössner Rathausplatz

Unterwössen hat einen neuen Maibaum. Zu Beginn der Verhandlungen mit den Staudach-Egerndacher Maibaumdieben stand das aber noch ziemlich in Frage. Zwar wollten die nur den eigenen Aufwand für die Maibaumsorge ersetzt. Als aber dann deren Unterhändler Sepp Perl seinen handgeschriebenen Zettel aus der Lederhose kramte, blieb den Hunderten von Zuschauern auf dem sonnigen Wössner Rathausplatz der Mund vor Staunen offen stehen. Es habe gebraucht: 162 Tragerl Bier, 13 Tragerl Apelschorle, 25 Tragerl Limo & Spezi, 3 Sack Zement, 7 Boxen Schnupftabak, 4 Rollen Toilettenpapier, 2 Ster Brennholz, für ein zwischendurch veranstaltetes Preisfischen 30 Forellen und 3 Stück Geselchtes, 7 Flaschen Gehmacher Schnaps. Empörten Zwischenrufen aus der Bevölkerung wusste er mit Argument zu entgegnen, dass davon 17 Tragerl Bier allein die Besucher aus Wössen vertrunken hätten, wenn sie aus Sorge um ihren Maibaum vorbeischauten.

maibaumscheiben_unterwoessen

Die Motorsäge - das Druckmittel der Maibaumdiebe

Der Wössner Verhandlungsleiter Franz Gasteiger – unser “Ingenieur” wie Bürgermeister Haslreiter titulierte – machte sich an die mühselige Aufgabe Positionen aus der Liste zu widerlegen. Z.B. wusste er aus langjähriger Erfahrung, dass es der Apfelschorle und Limo während der Wache nicht gebraucht hätte. Die Verhandlungen wurden nicht einfacher, weil die Staudach-Egerndacher immer wieder die Motorsäge ansetzten und den Baum kürzten.

Mit einer pfiffigen Idee sprang  Bürgermeister Hans Haslreiter seinem Verhandlungsleiter bei. Er wandte sich an seinen Staudach-Egerndacher Amtskollegen Hans Pertl und meinte, da brauche man nicht zu streiten. So etwas löse man in Europa nach dem “griechischen Modell”. Die Gemeinde, die viel habe, also Staudach-Egerndach, habe an die Gemeinde mit Schulden zu geben. Doch Hans Pertl wusste zu kontern. Es müsse ja nicht in Geld gezahlt werden, wenn Wössen das nicht habe. Die Staudacher wären auch schon mit dem Gemeindegrundstück in der Dorfmitte zufrieden.

Hin und her ging es. Insgesamt fünf Mal kam die Säge zum Einsatz, ehe die Einigung stand.  Weil alles gepasst habe und die Staudach-Egerndacher den Wössner Baum so schön hergerichtet hätten, zahlte Bürgermeister Hasreiter schließlich 350,- € an die Diebe. Die wussten auch schon, was damit zu tun sei. Für ein Fest mit den Wössnern würden sie die Getränke anschaffen, wenn, ja wenn die Wössner für das Spanferkel sorgen würden. Darüber ließe sich – so “Ingenieur” Franz Gasteiger  mit breitem Grinsen- natürlich reden.

Burschen stellen Wössner Maibaum

Mit Manneskraft erreichten Burschen den Maibaum

Es machte sich allseits Erleichterung breit und schnell wurde gemeinsam angepackt, den Baum zu errichten. Bei unerwartet schönem Wetter beobachteten die vielen Besucher von nah und fern die Anstrengungen der Burschen, während sie selbst in langen Schlangen an den Getränke- und Essensständen anstanden. Abwechslungsreich ging es dahin. Die Musikkapelle Wössen spielte auf. Mit Freude beobachteten die vielen Gäste die kleinen und großen Trachtler bei deren Aufführungen. Die Oberwössner Goaßlschnalzer waren insbesondere für die vielen auswärtigen Gäste eine Attraktion.

Am Nachmittag, als der Maibaum stand, verkündeten das die Gebirgsschützen mit einem donnernden Salut, der durch das ganze Achental rollte. Ein gelungenes Fest macht Vorfreude auf einen schönen Sommer 2010.

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2 Kommentare
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  1. [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Ludwig Flug erwähnt. Ludwig Flug sagte: Unterwössen | Maibaum aufgestellt: http://bit.ly/cU7LFU via @addthis [...]

  2. jetzt auch bei Topsy! Wundervoll! Gruß L

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