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Unterwössen | 30 Tage Novembertrockenheit

Autor +Ludwig Flug
Nov 25th, 2011 | by | Rubrik: Nachlese, Unterwössen

Novembertrockenheit

Eigentlich für die Tiroler Ache im November recht viel Wasser. Doch seit 30 Tagen hat es nicht mehr geregnet.Große Kiesbänke treten im Flussbett hervor.


Unterwössen. Am 26. Oktober hat es im Achental zum letzten Mal geregnet. 30 Tage ohne Niederschlag. Beschleicht sie da ein ungutes Gefühl, wenn sie morgens in der Frühe den Wasserhahn aufdrehen, ob da noch Wasser kommt? Wir wollten es genau wissen und haben gefragt.

Die Unterwössner Wasserversorgung wird von einem Tiefbrunnen gespeist, der selbst in den trockenen Sommermonaten immer hinreichend Wasser geboten hat. Auch jetzt besteht diesbezüglich kein Anlass zur Sorge, weiß Sepp Hinterholzer von der Unterwössner Wasserversorgung auf Nachfrage. Hinzu kommt, so meint er, dass wir bei diesen Außentemperaturen weniger Wasser verbrauchen und zum Beispiel unsere Vorgärten nicht mit Wasser sprengen. Für Oberwössen hat der zuständige Sepp Entfellner sogar die Zahlen parat. Oberwössen wird aus einer ergiebigen Quelle mit Trinkwasser gespeist, die im Jahresdurchschnitt 12 l in der Sekunde liefert. Zur Zeit gibt die Quelle aufgrund der Trockenheit 7,5-8 l/s. Das ist aber viermal genug denn tatsächlich wird in Oberwössen pro Sekunde 2 l an Wasser verbraucht. Um Trinkwasserknappheit muss sich deshalb hier niemand sorgen.

Auch die Bauern können mit der Trockenheit leben. Sepp Schuhbeck, Vorstand des Ortsverbandes des Bayerischen Bauernverbandes, sieht die Felder alle bestellt. Derzeit benötigten die Böden kein Wasser. Allerdings seien sich die Bauern nicht sicher, welche Auswirkungen die  jetzige Trockenheit im Frühjahr hat. Und insbesondere ein Absinken des Grundwasserspiegels würde für den Wuchs im Frühjahr negative Folgen haben.

Der Forst sieht derzeit vor allem die Waldbrandgefahr und ruft die Wanderer auf, offenes Feuer im Wald unbedingt zu vermeiden. Ansonsten hat der Wald derzeit ebenfalls keinen hohen Wasserbedarf.

Auch Bernd Bichler vom Fischereiverein Wössen sieht in der Trockenheit keine Nachteile. In den großen Fließgewässern fänden die Fische immer einen Rückzugsort, in dem es genug Wasser gebe. Bei den niedrigen Wassertemperaturen ist auch mehr Sauerstoff im Wasser enthalten, als im Sommer, weiß er. Problematisch kann die Trockenheit nur für die Gewässerbesitzer werden, deren Gewässer insgesamt trocken fällt. So etwas sieht Bichler aber für die hiesigen Fischer nicht.

Insgesamt können also alle mit dieser Situation ganz gut leben, wenn auch die Befragten durchweg hoffen, dass es vor dem eigentlichen Wintereinbruch noch einmal Niederschlag gibt.

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