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Unterwössen | Gauherbstversammlung des Chiemgau-Alpenverbandes 2010

Autor +Ludwig Flug
Okt 17th, 2010 | by | Rubrik: Chiemgau, Nachlese, Unterwössen
Gauherbstversammlung 2010 des Chiemgau-Alpenverbandes in Unterwössen

Gauherbstversammlung 2010 des Chiemgau-Alpenverbandes in Unterwössen (Vergrößern durch Doppelklick auf das Bild)

Narrisch gut zusammengearbeitet
- das Fazit zur Gauherbstversammlung

Unterwössen/Chiemgau. Trachtengrün war die absolut vorherrschende Farbe, als der Vorsitzende Ludwig Entfellner die Mitglieder des Chiemgau-Alpenverbandes, darunter den Vorsitzenden des Bayerischen Trachtenverbandes und Gauehrenvorstand Otto Dufter sen., zur diesjährigen Gauherbstversammlung begrüßte. Zahlreiche Vertreter der 23 Verbandsvereine, stellvertretend für über 8.000 Vereinsmitglieder, hatten den Weg in den neuen Unterwössner Gemeindesaal gefunden. Den präsentierte Ihnen nicht wenig stolz der Unterwössner Bürgermeister Hans Haslreiter in seinem Willkommenswort der Gemeinde. Er hob den erheblichen Anteil der Unterwössner Trachtler D’Achentaler an der Gestaltung dieses Saales heraus..

Aus den üblichen Regularien einer Gauherbstversammlung stach ein Thema deutlich hervor, die Jugendarbeit im Verein. Dieses Thema habe – so Vorstand Ludwig Entfellner in seinem Jahresbericht – neue Aktualität erhalten, weil die Förderung der gemeinnützigen Vereine durch die öffentliche Hand an erfolgreiche Jugendarbeit gekoppelt werden solle. Grundlage zukünftiger Förderung solle ein nach der Anzahl der Vereinsmitglieder bis 27 Jahre bemessener Verteilungsschlüssel sein. Damit aber vor allem qualitativ wertvolle Arbeit geleistet werde, solle die Förderung nur erfolgen, wenn im Verein eine der Anzahl der Jugendlichen entsprechende Übungsleiterzahl vorhanden sei. Der Chiemgau-Alpenverband und seine Mitgliedsvereine könnten mit so einer Neuregelung sehr gut leben, denn da würde Jugendarbeit immer schon groß geschrieben. Fortbildung sei im Gau immer ein Thema und der diesjährige Übungsleiterkurs in Staudach habe starkes Interesse gefunden. Man sei damit auf dem richtigen Weg.

Aber, so Entfellner, öffentliche Förderung sei keine Einbahnstraße. Für die öffentlichen Gelder erwarte die Politik eine erfolgreiche Jugendarbeit der Vereine. Weil die in der Bevölkerung vorherrschende Einstellung zum Gemeinwesen und zum Miteinander nicht besser, sei die Anleitung der Kinder und Jugendlichen noch wichtiger geworden. Und wenn die Politik die begrüßenswerte Initiative ergriffen habe, Ehrenamtsbeauftragte einzusetzen, sei das auch immer ein Zeichen dafür, dass sie dringenden Handlungsbedarf in diesem Bereich sehe. In der Jugendarbeit dürfe deshalb nicht nachgelassen werden.

Florian Haehle, 43 Jahre jung, seit 08. Oktober 2010 Vorstand der "Chiemgauer", München

Florian Haehle, 43 Jahre jung, seit 08. Oktober 2010 Vorstand der "Chiemgauer", München

Im Chiemgau-Alpenverband und seinen Vereinen gäbe es dafür viele gute und wertvolle Kräfte. Mit Sorge betrachte er aber, dass solche Schlüsselpersonen viel zu schnell in die Vorstandsarbeit hochgereicht würden, so dass sie nur geringe Zeit Ihrer Vereinskarriere für diese so wichtige Aufgabe zur Verfügung stünden. Er würde sich wünschen, dass solche wertvollen Leute solch wertvolle Arbeit auch über mehrere Jahre leisten würden. Und alle anderen seien aufgerufen, solche Schlüsselpersonen für die Jugendarbeit weitestmöglich zu entlasten. Viele organisatorische Arbeiten in diesem Bereich könnten auch von anderen genauso gut erledigt werden.

Den Gedanken griff auch Gauvorplattler Toni Seitz auf. Natürlich bringe erfolgreiche Jugendarbeit Vorteile in der Vereinsförderung. Die Finanzen stünden aber nur am Rande. Im Vordergrund sei das satzungsgemäße Ziel die Jugend zu fördern, sie anzuleiten. Dieser Hauptaufgaben hätten sich die Vereine verschrieben. Darum könne die Arbeit nicht auf den Schultern der Jugendbetreuer ruhen, sie sei auf alle zu verteilen. Er rufe jedes Vereinsmitglied auf, die Jugendarbeit im Verein unmittelbar, oder wenigstens mittelbar durch Entlastung anderer zu unterstützen. Und das geschehe auch zum eigenen Besten. Was man in den Gruppenübungsleiterkursen, aber auch in der unmittelbaren Jugendarbeit lerne, bringe jedem persönliche Vorteile.

Konkret wurde dazu Gaujugendleiter Peter Voggenauer. Er legte allen die Gruppenübungsleiterkurse ans Herz und verwies insbesondere die Absolventen des ersten Kurses auf den Übungsleiterkurs II  am 2./.3 April hin. Diese Kurse böten Hilfe und Rat für viele Fragen des Vereinslebens und seien deshalb für jeden wertvoll.

Den Berichten aus den Sachgebieten konnten die Zuhörer eine bodenlos lange Liste an Veranstaltungen, Kursen, Unternehmungen entnehmen. Immer wieder stach heraus das von D’Hochplattnern, Grassau, veranstaltete 74. Gautrachtenfest, die Historische Wiesn in München, die Ausstellung “Tradition und Brauchtum – Bayerisches Leben” des Chiemgau-Alpenverbandes.

Zu der vielfach gelobten Festwoche in Grassau sprach der dortige Vorstand Klaus Zeisberger allen einen großen Dank aus. Jedermann habe unkompliziert und ohne Zögern angepackt. Besonders hob der die Chiemgauviertler aus Amerang hervor. Diese hätten Ihnen geduldig  und auch noch zum hundertsten Mal Fragen zu Organisation und Gestaltung beantwortet und wertvolle Tipps gegeben. Das dickste Lob gehöre aber all den Trachtlern, die oft und vor allem lange das Fest besucht hatten und so zum Gelingen beigetragen hätten.

D'Achentaler Unterwössen konnten sich während der Gauherbstversammlung über die Ehrung zweier verdienstvoller Trachtler freuen. Für eine vieljährige Vereinstätigkeit als Jugendleiter, Vorplattler, Beisitzer und Fahnenjunker im Verein wurde Josef Kurz-Hörterer (zweiter von links) vom Gauehrenvorstand Otto Dufter sen. (links) und Vorstand des Chiemgau-Alpenverbandes Ludwig Entfellner (rechts) mit dem Gauverdienstzeichen in Silber geehrt. Das Gauverdienstzeichen in Gold erhielt Bernhard Nieß (zweiter von rechts) für lange Jahre als Zweiter und Erster Vorplattler, wie als Zweiter Vorstand und Erster Kassierer der Unterwössner D'Achentaler.

D'Achentaler Unterwössen konnten sich während der Gauherbstversammlung über die Ehrung zweier verdienstvoller Trachtler freuen. Für eine vieljährige Vereinstätigkeit als Jugendleiter, Vorplattler, Beisitzer und Fahnenjunker im Verein wurde Josef Kurz-Hörterer (zweiter von links) vom Gauehrenvorstand Otto Dufter sen. (links) und Vorstand des Chiemgau-Alpenverbandes Ludwig Entfellner (rechts) mit dem Gauverdienstzeichen in Silber geehrt. Das Gauverdienstzeichen in Gold erhielt Bernhard Nieß (zweiter von rechts) für lange Jahre als Zweiter und Erster Vorplattler, wie als Zweiter Vorstand und Erster Kassierer der Unterwössner D'Achentaler.


Zur unerwartet erfolgreichen Ausstellung “Tradition und Brauchtum – Bayerisches Leben” des Chiemgau-Alpenverbandes, die Alpenverbandsvorstand Ludwig Entfellner heraus stellte, gab er erfreut bekannt, dass diese im Schusterhof in Bergen der Familie Mayer nun doch noch einmal als Dauerausstellung in der Zeit von November bis April 2011 jeweils von mittwochs bis sonntags gezeigt würde. Die Zirmstiftung auf dem Schusterhof  war von der Grassauer Ausstellung so beeindruckt, dass diese unmittelbar die Übernahme angefragt habe.

Zur Historischen Wiesn wurden allgemein die Auftritte aus dem Chiemgau-Alpenverband gelobt. Diese hätten in der Bevölkerung große Resonanz gefunden. Musikwart Andreas Hilger hatte dabei verschiedene Tendenzen der dortigen Verantwortlichen ausgemacht, zukünftig mehr weg von Remidemi hin zu einem herkömmlichen Volksfest zu finden. Es bleibe abzuwarten, was sich daraus entwickle.

Und wenn Vorstand Ludwig Entfellner den Willen der Vorstandschaft wieder gab, mit dem Chiemgau-Alpenverband zu einem Dienstleister mit umfangreichem, Beratungs- und Unterstützungsangebot für die Vereine zu werden, brachten einige Sachgebietsleiter dafür deutliche Belege. Ein ganzes Bündel an Vorschlägen Tipps und auch Kritik brachte Trachtenwartin Hilde Dufter mit. Das ging von der Marschordnung bis hin zu Kleidung und Hut. Sie verwies auf das Angebot der Strickkurse, damit alte Kenntnisse und Muster nicht verloren gehen. Beifall fand auch, dass sie jetzt sogar einen Motivationskurs in Österreich gibt, auch dort die Tracht und das Brauchtum konsequent zu fördern.

Brauchtumswartin Anja Voit machte die bayerische Sprache und deren Erhaltung zum Thema ihres Jahresberichtes. Sie ermahnte die Eltern auch in bayerischer Sprache Vorbild für Kinder zu sein.

Vorplattler Toni Seitz berichtete von ersten Überlegungen hin zu einer Lehr-CD über das Chiemgauer Platteln entsprechend dem Vorbild der Greimhartinger Trachtler

Hinter all diesen Ausführungen zu Festen, Veranstaltungen, Erlebtem und Zukünftigem stand der Kassenbericht von Gaukassierer Klaus Weisser beinahe zurück. Er berichtete für den Zeitraum seit der letzten Jahreshauptversammlung von höheren Ausgaben als Einnahmen. Das Minus konnte aber aus den Kassenbeständen gedeckt werden. Ihm und seinen Mitkassierern wurde vorbildiche Kassenführung bescheinigt und dem ganzen Vorstand einstimmig Entlastung erteilt.

Jeweils einstimmig wurde auch die kommende Gaufrühjahrsversammlung an die D’Griabinga, Hohenaschau, in die Festhalle, die Gauherbstversammlung an D’Staffelstaoana, Bernau, in den dortigen Saal vergeben.

Am Ende der zügig vorangeschrittenen Gauherbstverhandlung verblieb der Eindruck, dass alle seit der letzten Versammlung – so Gaujugendwart Peter Voggemann – “narrisch gut zusammen gearbeitet” haben.

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2 Kommentare
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  1. Lieber Ludwig,
    bei der Versammlung der Chiemgauer Trachtler lernten wir uns kennen….ehrlich gesagt, ich war schon gespannt, wie Dein Bericht ausgehen wird….und nochmals ehrlich: ich bin angenehm überrascht. Ein sehr treffender Bericht und dafür herzlichen Dank.

    Mit besten Grüßen
    Toni Hötzelsperger

  2. “Vielen herzlichen Dank für den gut gelungenen Bericht und die nette Zusammenarbeit.”
    Anita Moka
    Öffentlichkeitsarbeit im Chiemgau Alpenverband.

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