Unterwössen | Geiselnahme in Unterwössen – Schulstreich der Klasse 9 in 2011
Jul 30th, 2011 | by lukk | Rubrik: Nachlese, UnterwössenUnterwössen. Eine Geiselnahme in Unterwössen nahm ein glimpfliches Ende, nachdem die Forderung der Geiselnehmer erfüllt wurde.
Schon um 5 Uhr in der Früh hatte sich die berüchtigte 9. Klasse der Volksschule Zutritt zum Schulgebäude verschafft, die Seiteneingänge verschlossen und verrammelt, die Schulgänge und Türen mit Flatterband abgesperrt, und dann bei Dienstantritt den Super-Mario, den Hausmeister der Volksschule Mario Mahn, als Geisel genommen. Auf einen Stuhl gesetzt, fest verschnürt, hatten Sie den im Flur unmittelbar vor der ersten Haupteingangstür ausgestellt. Als gegen 7.30 Uhr die ersten Schüler am Schulgebäude eintrafen, zeigte ein riesiges Transparent “Schule gesperrt wegen Lern-Virus” in Giebelwandbreite und bis zum ersten Stock reichend, dass hier Besonderes vorging. Die nach und nach eintreffenden Schüler rüttelten vergebens am Eingang und konnten auch dem nur wenige Meter entfernten Mahn hinter der Eingangstürscheibe nicht beispringen. Als Schulrektor Otto Manzenberger und die Klassenlehrern der 9 Carolina Harnisch am Schulgebäude eintrafen, sahen sie sich ebenso hilflos der Situation ausgesetzt, wurden dann aber durch einen Zettel an der Eingangstür mit den Forderungen der Geiselnehmer konfrontiert: “Kein Zutritt für Lehrer und Schüler ohne eine vernünftige Brotzeit für die Klasse 9″. Es folgte eine lange Liste der Brotzeitwünsche aus belegten Semmeln, Brezn und einer Spezi für jeden 9. Klässler. Schnell entschied Lehrerin Harnisch der Forderung nachzugeben, um den armen Mahn aus seiner bemitleidenswerten Lage zu befreien. Trotzdem dauerte die Beschaffung der Brotzeiten. Nur mit einer Teillieferung kehrte die Klassenlehrerin kurz darauf zurück, während sich zwischenzeitlich Schüler und Lehrkräfte auf dem Treppenpodest drängelten. Immerhin ließ Tief “Otto”, namensgleich mit dem Schulrektor, es regnen und kühl war es auch.
Die Geiselnehmer hatten nach Verhandlungen mit ihren Schülerkollegen der anderen Klassen ein Einsehen und ließen die fröstelnden Schüler in die Schule. Zurück blieb ein frierendes Häuflein Lehrkräfte, das vergeblich Einlass begehrte. Es wurde verhandelt und gefeilscht. Die Lösung brachte ein Kompromiss. Weil auf telefonische Anfrage der Geiselnehmer beim Lebensmittelhändler dort versichert wurde, dass die Restlieferung der Brotzeiten auf dem Weg sei, entspannte sich die Situation. Die Lehrer durften vor Restlieferung in die Schule hinein. Um kurz nach 8 Uhr war der Spuk vorbei, der Hausmeister befreit, die Schule bereit sich in den Schulalltag zurück zu finden.
Schulrektor Manzenberger zeigten sich überrascht, wie heftig die Schüler aller Klassen Einlass in ihre Schule verlangen, wenn die dann mal geschlossen ist. Lächelnd schilderte er seine Enttäuschung darüber, dass sich Lehrer Josef Parzinger frühzeitig mit den Geiselnehmern verbündet hatte und zu denen übergelaufen war.























































