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Unterwössen | Jahreshauptversammlung 2011 des Ortsvereins Oberwössen im Bayerischen Bauernverband

Autor +Ludwig Flug
Dez 24th, 2011 | by | Rubrik: Nachlese, Unterwössen

Unterwössen. Alles beim Alten bleibt beim Ortsverein Oberwössen im Bayerischen Bauernverband. Obmann und Vorstandschaft sind in der diesjährigen Jahreshauptversammlung im Gasthof zur Post, Oberwössen, sämtlich wieder gewählt. Der Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf dem Bericht des Geschäftsführers Reinhard Lampoltshammer der Bauernverbands-Geschäftstelle Traunstein.

Von den 22 Mitgliedern im Oberwössner Ortsverband konnte Bauern Hauptmann Georg Lauterbach 15 zur Jahreshauptversammlung begrüßen. Er beschränkte sich auf einen stichpunktartigen Rückblick, weil er davon ausging, dass die letztjährigen Herausforderungen wie die Milchpreisdebatte noch in aller Gedächtnis seien.

Bericht des Traunsteiner Geschäftsstellen-Geschäftsführers

In seinem Referat verdeutlichte der Traunsteiner Geschäftsstellen-Geschäftsführer Reinhard Lampoltshammer zunächst einmal den Spagat, in dem ein Bauernverband in moderner Zeit stünde. Am Beispiel der Erzeuger dargestellt, stünde der Verband für konventionelle Landwirtschaft, Bio-Landwirtschaft bis hin zum Erzeuger erneuerbarer Energien. Moderne Herausforderungen aus der Milchwirtschaft, Gentechnik oder um das Tierpatent gehören zu seinem Sachgebiet. Unterschiedliche, teilweise widersprechende Interessenlagen gehören zum Alltag eines Bauernverbandes. Die Vielzahl anderer Verbände und Interessenvertretungen, die Meinungsverschiedenheiten, ja manchmal Anfeindungen, zwischen den Verbänden seien dabei nicht sachdienlich. Alle kochten nur mit Wasser. Und zu einer sachgerechten Interessenvertretung in einem großen Europa bedürfe es eines großen übergreifenden Verbandes wie des Deutschen Bauernverbandes. Deshalb müsse sich jeder darüber klar sein, es geht nur miteinander und nicht über Schuldzuweisungen.

Lampoltshammer ging auf die Problemfälle der Vergangenheit und die Lösungen ein, die in den letzten Monaten die Arbeit des Bauernverbandes bestimmt haben und noch bestimmen. Er verwies auf leichte Erfolge bei der Gasölforderung und bei den Berufsgenossenschaftsbeiträgen. Er berichtete über Beteiligung an Erbschaft- und Schenkungsteueränderungen und lenkte die Augen der Mitglieder auf das Änderungsverfahren zu § 35 Baugesetzbuch, in dem die Privilegien der Landwirtschaft für das Bauen im Außenbereich heftig diskutiert würden. Ein drängendes Problem sieht er weiter im hohen Flächenverbrauch von täglich 18 Hektar bayerischer Landwirtschaftsfläche. Für die zukünftige Agrarpolitik in Europa steht jetzt die nächste Reform der Landwirtschaftsförderung für den Zeitraum 2014 bis 2020 an. Die bringt für den Zeitraum von dann sechs Jahren erhebliche Umstellungen im Bereich der Landwirtschaftsförderung, die auch die heimischen Landwirte betreffen.

Vorstandschaft insgesamt wiedergewählt

Der gesamte Vorstand des Ortsvereins Oberwössen stand zur Wahl und unter Wahlleitung von Reinhard Lampoltshammer wurden die bisherigen Amtsinhaber sämtlich wieder gewählt. Bauernobmann bleibt Georg Lauterbach, sein Stellvertreter Anton Wetzstein. Die bisherigen beiden Beisitzer Hubert Haslberger und Josef Steiner bleiben im Amt.

Grußwort der Gemeinde

In seinem Grußwort für die Gemeinde sah Bürgermeister Hans Haslreiter durch die hohe Anzahl der Mitglieder in der Jahreshauptversammlung bestätigt, dass der Ortsverein “ein lebendiger und aktiver Verein” ist. Er sprach den Wiedergewählten seinen Dank für die Übernahme ihrer Ehrenämter aus. Landwirte seien in der Gemeinde Unterwössen “eine wichtige und tragfähige Säule”. Landwirtschaft pflege und erhalte die Kulturlandschaft. Deren wirtschaftlicher Erfolg helfe den Gemeindefinanzen. Die Landwirte hätten eine große Bedeutung für den heimischen Tourismus, nicht nur unter dem Stichpunkt Langlaufloipen. Er bedankte sich für die hervorragende Zusammenarbeit und freute sich auf die gemeinsame Zukunft.

Anliegen der Oberwössner Bauern

Unter Verschiedenes nutzten die Mitglieder ausschließlich die Gelegenheit, landwirtschaftliche Anliegen an den Bürgermeister heranzutragen. Ein Mitglied sieht den Hundekot auf landwirtschaftlichen Flächen als “eine unendliche Geschichte”. Er befürwortet eine zusätzliche Beschilderung, um Hundehalter auf die Gefahren hinzuweisen. Bürgermeister Haslreiter stand der Idee wohlwollend gegenüber. Die Versuche, die bisherige Vereinbarung mit den Landwirten über die für die Loipennutzung zur Verfügung gestellten landwirtschaftlichen Flächen nachzuverhandeln, blockte der Bürgermeister aber ab. Derzeit bestünde zwischen der Gemeinde und den Landwirten eine Vereinbarung. Ob und in welche Richtung diese Vereinbarung geändert werden sollte, darüber müssten sich erst einmal die Landwirte untereinander einig werden.  Erst dann könnten sie die Gemeinde damit befassen. Die Diskussion um den Hochwasserschutz in Oberwössen zeigte auf, dass dieses Thema sehr komplex ist. Ansprechpartner dafür sei aber nicht die Gemeinde, so Haslreiter, sondern das Wasserwirtschaftsamt Traunstein. Er sei aber gern bereit Gespräche mit dem Amt zu vermitteln und daran teil zu haben.

 

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