Unterwössen | Klöpfelkinder unterwegs – Heischebrauch für Bedürftige
Dez 6th, 2010 | by lukk | Rubrik: Nachlese, UnterwössenUnterwössen. Zünftige Gestalten durchstreifen jetzt das schon früh dunkle Unterwössen an den Donnerstagabenden. Die Klöpfelkinder des Trachtenvereins, ca. zwanzig Kinder im Alter von sechs bis 10 Jahren, sind in Gruppen zu vier Kindern unterwegs. Mit Ihren Stecken klopfen sie an die Türen und erbitten mit ihrem Klöpfellied kleine Geldgeschenke. Die tun das nicht aus Eigennutz. Das gesammelte Geld wird Pfarrer Klaus Wernberger für Bedürftige in der Gemeinde verwenden.
Das Klöpfeln ist ein alter, bereits vorchristlicher Brauch, der den Orakelbräuchen zugeschrieben wurde. Schlug man zur richtigen Stunde am rechten Ort mit dem Stecken an die Tür, verrieten einem die Stalltiere die Zukunft. Mit dem 16. Jahrhundert wurde dieser Brauch in ein christliches Gewand gekleidet und bekam erstmals den Heischecharakter, das Erbitten von Gaben. Im Chiemgau ziehen traditionell gekleidete und teilweise vermummte Kinder in den Klöpfelnächten, den letzten drei Donnerstagen vor Weihnachten, im frühen Dunkel des Abends, um mit Heischeliedern und -sprüchen für einen guten Zweck zu sammeln.






















































