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Unterwössen | Maibaumkomitee Oberwössen berichtet, Maibaumdiebe stahlen Maibaum

Autor +Ludwig Flug
Apr 22nd, 2011 | by | Rubrik: Nachlese, Unterwössen
Maibaumaufstellen 1992 in Oberwössen, Chiemgau

1992 - als die Burschen schneidig, die Dirndl sittsam waren! Auch da gab es für Oberwössen einen neuen Maibaum aber viele altbekannte - damals noch junge - Gesichter. Mit Vorfreude auf den ersten Mai erinnerten sich die Oberwössner bei der Sitzung des Maibaumkomitees an alte Zeiten, als Andreas Greimel in seiner Fotoreihe auf vergangene Maibäume zurück schaute. (Foto: Andreas Greimel)

Oberwössen. “Das Maibaumaufstellen soll eine Freud sein und auch ein wenig nach außen strahlen!” Mit diesem Wort stimmte der zweite Bürgermeister Barthl Irlinger als Sprecher des Maibaumkomitees auf den 1. Mai ein. Was in Oberwössen Rang und Namen hat, die Vereinsvorstände und -vertreter waren im Gasthof zur Post zusammengekommen, um sich über die erledigten Arbeiten auf dem Weg zum  neuen Maibaum zu unterrichten und die weiteren zu planen.

Der Maibaum 2011 ist von den Bayerischen Staatsforsten gespendet worden. Unter Federführung von Max Heiß ist er an Heiligabend bei grausigem Wetter im Bereich der Feldlahnalm bis Mittag umgeschnitten und dann anschließend über die Forststraße zum Elektrizitätswerk transportiert worden. Die Männer haben ihn dort geschepst und weiter bearbeitet. Lang hat der Maibaum dort aber nicht gelagert, denn Maibaumdiebe aus der Rottauer Dorfgemeinschaft haben ihn gestohlen, wie Max Heiß in seiner Schilderung wusste. In der kommenden Woche treffen sich die Oberwössner mit den Dieben und besprechen die weitere Vorgehensweise und das Herrichten des Maibaums.

Umschneiden des maibaums für Oberwössen an Heiligabend 2010 nahe der Feldlahnalm

Grausiges Wetter, nasskalte Luft und Nebelschwaden zwischen den Bäumen begleitete die Oberwössner Männer im Bereich der Feldlahnalm, als sie sich Heiligabend 2010 aufmachten, den Maibaum umzuschneiden. Der mit dem Maibaum-"M" war ausgewählt, umgeschnitten, sicher zu Tal gebracht, aber dann von der Rottauer Dorfgemeinschaft gestohlen. (Foto: Andreas Greimel)

Bürgermeister Hans Haslreiter bescheinigte im Grußwort, dass dank des “grimmigen Komitees” alles perfekt angelaufen sei. Er freue sich auf den neuen Maibaum, seit 1958 nun ein ständiges Wahrzeichen im Ort. Barthl Irlinger ließ den Bürgermeister aber nicht gehen, ohne ihm einen Handzettel mitzugeben, auf dem auch für Bürgermeister und Gemeinde die Arbeiten gelistet waren, die zum Fest von ihnen erwartet werden. Doch viel Vorarbeit ist schon getan. Gleich zu Beginn war eine Versicherung eingerichtet, die verkehrstechnischen Genehmigungen für Straßensperren, Umzug sind erteilt. Die alten Maibaumfiguren fanden sich in besserem Zustand als erwartet, so dass sie inzwischen wieder aufgearbeitet sind und noch einmal benutzt werden.

Das Komitee ist sich der Konkurrenz der Maibaumfeiern in Reit im Winkl, Schleching und Übersee bewusst und möchte deshalb ein schönes rundes Fest bieten. Die Rottauer Maibaumdiebe werden am Ortseingang empfangen und im Zug mit Musik über die Hauptstraße mit einem Oldtimer-Bulldog und anderen Oldtimern zum Dorfplatz geleitet. Dort wird es eine “bärige” – so Irlinger –  Bühne geben. Gefeiert wird auf der Taubenseestraße. Die Musikkapelle Wössen spielt auf, die Gebirgsschützen schießen Salut. Zwischendurch gibt es Trachtentänze von den Trachtlern, die Oberwössner Goaßlschnalzer sind dabei. Für Essen und Trinken ist bestens gesorgt. Mit den Dorfplatznachbarn sind die erforderlichen Absprachen getroffen, nur einer von Ihnen wurde bisher noch nicht erreicht, doch das wird auch noch klappen.

Das Maibaumaufstellen leitet Max Heiß, die Figuren befestigt die Feuerwehr. Dem Wunsch aus dem Publikum, den Maibaum zügig aufzustellen, damit das Publikum sich wieder Brotzeit und Bier widmen kann, will er gern nachkommen. “Denn sonst schaut irgendwann keiner mehr hin!”, so Heiß. Schnell handelte Irlinger die geleisteten Arbeiten ab, dankte den jeweiligen Helfern und Stiftern namentlich. Genauso schnell, reibungslos und routiniert wurden die noch ausstehenden Arbeiten verteilt. Da blieb zum Schluss sich von den Fotos des Andreas Greimel inspirieren zu lassen und in den Erinnerungen an die letzten Maibaumfeiern zu schwelgen.

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