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Unterwössen | Musikanten- und Trachtenroas mit mehr als eintausend Besuchern

Autor +Ludwig Flug
Mai 30th, 2011 | by | Rubrik: Nachlese, Unterwössen

Unterwössen. Vom sonnigen Maiwetter lockte die Trachten- und Musikantenroas des Trachtenvereins D’Achentaler über eintausend Musikanten und Trachtler, Einheimische in Tracht und Gäste in den Dorfkern Unterwössens. Rund um die drei Bühnen verteilten sich die Besucher  zwischen blühenden Büschen und Blumen der alten Hofhäuser an Tischen und Bänken. Überall herrschte beste Laune. Musiker ließen Ihrer Spielfreude freien Lauf. Manche Gruppe begann einfach an einer Straßenecke zu spielen. Zwischen Musik und Tanz war Zeit für freundschaftliche Gespräche. Musikanten und Trachtler kannten sich über die Dorfgrenzen hinweg und hatten sich viel zu erzählen. Im Vordergrund stand nicht der Wettbewerb, sondern die reine Freude am Tanz. Getanzt wurde eine Idee schneller und schmissiger, denn Patzer wurden belacht, aber gleich vergessen. Alt und jung drehten sich gemeinsam. Bunte Bilder sich drehender Trachten im vielen Grün der Höfe.

Trachtler aus dem Nachbarort fanden – so sagten sie unserer Zeitung – besonders schön, dass das Fest so familiär ablief. Trotz des Andrangs war das möglich, weil sich in den Gassen und in den Häuserecken den Gästen immer ein ruhiges Plätzchen bot. Die Feriengäste zwischen den Trachtlern und Musikanten hatten ihre helle Freude an so viel Tradition und bayerischer Eigenart. Besonders beindruckend fanden sie die Goaßlschnalzer, besondere Freude fanden sie am Tanz der Trachtenkinder.

Im Hintergrund war es derweil für die Trachtler eine Riesenherausforderung, Essen und Trinken für diesen Ansturm heran zu schaffen. Am späten Nachmittag war vom Hendl über den Leberkas zum Schweinbraten, von der Brotzeit bis zum unendlichen Kuchenbuffet doch so manche Spezialität nicht mehr im Angebot.

Trachtenvorstand Reinhard Kurz-Hörterer war vollauf zufrieden mit der Veranstaltung. Ein bisschen Erleichterung darüber war ihm durchaus anzumerken. Immerhin sind seine Vorstandschaft und er es, die sich auf die Fahne geschrieben haben, etwas mehr nach außen aufzutreten und mit solchen Festen auch für jedermann Besonderes zu bieten. Der zweite Vorstand Otto Dufter freute sich, dass die Musiker vor allem auch selbst Spaß an dieser Veranstaltung hatten. Originalton eines auswärtigen Musikanten: “Sche wars, von dem dog wea ma in 5 joah nu ren!”

Erschreckt hat nur die Frage einer sehr jungen Trachtlerin: “Macht ihr das jetzt alle 120 Jahre?” Hoffentlich nicht erst dann wieder, wird sich so mancher Trachtler, Musiker und Festbesucher am Ende gedacht haben.

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