Unterwössen | Schulentlassfeier 2011
Jul 30th, 2011 | by lukk | Rubrik: Nachlese, Unterwössen
Voller Ideen und Phantasie hatte sich die Klasse 9 der Volksschule Unterwössen noch am Morgen entschlossen, neben all den unterhaltsamen Beiträgen zur Entlassfeier, ein Lied vorzutragen. Es singen (von links) Nadine Flori, Johannes Losert, Donènique Buchmann, Simon Weißenbacher, Simon eisenberger, Jessica Knop, Veronika Heiß, Katharina Meier, Siegfried Wimmer und Simon Zaiser, begleitet von Lehrer Johannes Drechsler.
Unterwössen. “Ich hoffe, ihr seid Euch dessen bewusst, aber ihr hattet unverschämtes Glück mit eurer Klassenleiterin.” Das war einer der Merksätze, die der Schulrektor Otto Manzenberger der scheidenden 9. Klasse der Volksschule mit auf den Weg gab. Und es folgte von allen Rednern eine objektive Bilanz über das das Ringen um die Richtung im Miteinander und der gegenseitige Respekt vor dem Geleisteten.
Schulrektor Manzenberger verwendete bei der Entlassfeier in der Schulaula für die Klasse 9 das Bild des römischen Gottes Janus aus der römischen Mythologie. Wenn das junge seiner zwei Gesichter in die Zukunft blicke, täte das die Klasse auch. Sie sei jung, alle blickten in eine gute Zukunft, denn alle hätten einen Ausbildungsplatz erhalten. Zwei gingen weiter zur Schule, um den mittleren Bildungsabschluss zu erreichen. 3/4 der Schüler hätten die Quali, den qualifizierten Hauptschulabschluss erlangt. “Das bedeutet für euch beste Voraussetzungen, die es zu nutzen gilt.”, so Manzenberger.
Schauten Schüler und Gäste zurück wie das alte Gesicht des Janus, sähe man die lange gemeinsame Schulzeit und sähe auch viele liebenswerte Schülereigenschaften wie Temperament, Phantasie, Ideen und eine druckvolle Umsetzungskraft. Die beiden Schülersprecher der Klasse Katharina Meier und Simon Zaiser gehörten mit “zu den Aktivsten, die die Schule je hatte”.
Beim Rückblick zeige sich die Kehrseite der scheidenden Klasse 9. Sie sei nicht einfach zu führen gewesen, habe viel Energie abverlangt und viele Nerven gekostet. Die Klasse 9 habe für anstrengende, sinnlose, nervtötende Diskussionen gestanden, in denen den Schülern manchmal jeder Respekt abgegangen sei. Hoch anzurechnen sei den Schülern aber vor allem der Klassenlehrerin Carolina Harnisch, dass sie sich die gesamte Zeit nie aufgegeben hätte. Viele aus der Klasse hätten sich gerade im letzten Jahr positiv entwickelt.
So zog Manzenberger ein positives Fazit. “Niemand von euch steht mit leeren Händen da. Sie sind nur unterschiedlich gefüllt.” Insgesamt habe die Klasse 9 zuletzt für Zusammenhalt, gegenseitigen Respekt, und gute Zusammenarbeit im Team gestanden. “Und manchmal ist so etwas höher einzuschätzen als eine schulische Leistung.” meinte der Schulrektor.
Der Weg der Schüler sei aber nur möglich gewesen, weil die Klassenlehrerin Carolina Hartmann auch an ihre Schüler und Klasse geglaubt habe, wenn diese sie wieder an den Rand der Verzweiflung trieb und ihr die letzte Kraft raubte.
Carolina Harnisch schilderte in einer bewegenden Ansprache, die Zeit mit ihrer Klasse sei “manchmal wirklich nicht einfach gewesen”. Weil ihr ihre Schüler über die fünf Jahre ein wenig wie eigene Kinder geworden seien, hätte sie so manches aushalten können. Sie bedauerte ausdrücklich, dass manche in der Klasse hinter ihren Möglichkeiten zurück geblieben seien. Die Klasse habe aber auch wieder für Liebenswürdigkeit und Humor gestanden. ” Schule ist immer ein großes Gemeinschaftsprojekt das umso besser funktioniert, um so mehr zusammen arbeiten”, so Harnisch. Sie bedankte sich bei den Kollegen, den Schulmitarbeitern und den Eltern für die Unterstützung. Und sie dankte den Schülern auch für die vielen schönen Stunden und gemeinsamen Erlebnisse. Sie wünschte ihnen, “dass ihr nie allein dasteht auf Eurem Weg, dass es Euch immer dahin zieht, wo Freunde und Gefühle echt sind, wo der Weg das Ziel ist und dass ihr immer ein Stück vom Himmel dabei habt. Ich wünsche euch aus tiefstem Herzen, dass ihr glücklich sein könnt.
In der Rede der beiden Schülersprecher Katharina Meier und Simon Zaiser kam die Einsicht zum Ausdruck, dass es die Schule mit der Klasse nicht immer leicht gehabt habe. Sie hätten viel gelernt und sich selbst verbessert. Besonders dankten Sie den Lehrern und der Schule, dass sie gelernt hätten, Verantwortung zu übernehmen, zu diskutieren und im Gespräch zu bleiben, ein starkes Team zu sein. Dank gelte allen voran ihrer Klassenlehrerin, die es mit unglaublichem Temperamt verstanden habe, Mut zu machen, zu führen, Halt und Richtung zu geben. Die Schüler schenkten Carolina Hartmann einen Kirschbaum für deren Garten.
Elternbeiratsvorsitzende Sabine Meier erkannte als Markenzeichen der Klasse die hohen Höhen und tiefen Abgründe im Klassenleben und einen inneren Zusammenhalt, an dem manch einer zu scheitern drohte. Zurück bleibe eine Klassenlehrerin Harnisch, die nach diesen Erfahrungen mit allen Wassern gewaschen. Im Namen des Elternbeirats zeichnete sie die drei Klassenbesten Jessica Knop, Simon Zaiser und Johannes Losert mit einem Gutscheingeschenk aus. Rektor Manzenberger dankte seinerseits der Elternbeiratsvorsitzenden, als eine große Hilfe. Er schätze ihre Art, ihren Humor und die Kraft ihre Aufgaben auf ihre Weise anzugehen. Er würde es bedauern, falls sie jetzt scheiden würde, wenn ihre Tochter die Schule mit dieser 9. Klasse verlässt.
Als eine der schönen und angenehmen Pflichten eines Bürgermeisters empfand Hans Haslreiter die Verabschiedung von Schülern in dein abwechslungsreiches Berufsleben. Die Schule habe sich insbesondere auch durch die Persönlichkeitsentwicklung ihrer Schüler verdient gemacht. Das wäre jetzt Basis für die eigenverantwortliche Weiterentwicklung. Er rief auf, diese Chance zu nutzen und immer einmal an diesen Schulentlasstag und Unterwössen zurück zu denken, auch wenn es den ein oder anderen in die weite Welt verschlägt.
Der Rest des Abends gehörte den verschiedensten Rückblicken mit Fotos und Geschichten in eine Schulzeit, in der jeder Betrachter die schönen und lustigen Momente des vieljährigen Zusammenlebens nachempfinden konnte.

"Ich hoffe, ihr seid Euch dessen bewusst, aber ihr hattet unverschämtes Glück mit eurer Klassenleiterin." so Schulrektor Manzenberger. Für Ihre Verdienste um die scheidenden 9. Klasse trug Klassenlehrerin Carolina Harnisch während der Entlassfeier eine ihr verliehene Janusmedaille, Abbild einer Klasse mit zwei Gesichtern.






















































