Unterwössen | Schützengesellschaft Gscheuerwand setzt auf Jugend und Zukunft
Jan 18th, 2011 | by lukk | Rubrik: Nachlese, Unterwössen
Der Erste Schützenmeister Klaus Daiber (Bildmitte, ohne Urkunde) des Gaus Traunstein-Chiemgau war zu Ehrungen der Mitglieder in der Schützengesellschaft Gscheuerwand nach Unterwössen in deren Jahreshauptversammlung gekommen. Er ehrte (von links) Marc Rohleder für 25-jährige, Rudi Ager für 40-jährige, Thomas Ager für 25-jährige und Monika Ager für 40-jährige Mitgliedschaft. Für seine Verdienste um den Verein und den Schießsport erhielt Helmut Oberwallner die “Silberne Gans” des Bayerischen Sportschützenbundes. Für langjährige Mitgliedschaft wurden auch Karl Hirz sen. (50 Jahre), Hans Oberauer (50 Jahre), Hans Bock (50 Jahre) geehrt. Martin Stocker ist alter, wie neuer Erster Schützenmeister der Schützengesellschaft Gscheuerwand.
Unterwössen. Die Jahreshauptversammlung der Schützengesellschaft Gscheuerwand im Schützenstüberl über dem Hallenbad erweist diese als soliden Verein. Was ihn an Sorgen prägt, teilt er mit allen anderen Vereinen des Gaus. Der Vorstand investiert in die Nachwuchsförderung. Die Neuwahlen haben eine gesunde Altersstruktur und Mischung von Alt und Jung gebracht, die die Schützengesellschaft für die Zukunft gut aufstellt.
Nach der Totenehrung blickte der Erste Schützenmeister und Vorstand Martin Stockerin seinem Jahresbericht auf viele erfolgreiche Vereinsveranstaltungen zurück. Darunter macht das Gästeschießen für die Feriengäste in der Zeit vom Juli bis Anfang September ihn deutlich unzufrieden. Schon seit Jahren nehmen die Teilnehmerzahlen deutlich und andauernd ab. Der Vorstand sei bestrebt, die Gästeschießen attraktiver zu machen. Bisher zeitige das aber nicht die gewünschten Erfolge.
Vielleicht wirke sich aber die Anschaffung eines sogenannten Lichtgewehres aus, zu der die Vorstandschaft sich jetzt entschieden habe und dessen Lieferung für Februar zu erwarten sei. Dieses munitionslose Gewehr sei nicht an die Altersvorgabe von 12 Jahren gebunden. Das gebe dem Vereinsnachwuchs die Chance früher mit diesem schönen Sport zu beginnen, lasse aber auch auf Feriengäste mit Kindern beim Gästeschießen hoffen.
Insgesamt habe der Verein derzeit 113 Mitglieder, und dazu 13 Zweitmitglieder. Vor diesem Hintergrund sei eine durchschnittliche Beteiligung beim Vortelschießen von 18 Schützen stark verbesserungswürdig. Nur das ständige Training bringe den dauerhaften Erfolg und der lasse angesichts der Saisonergebnisse zu wünschen übrig.
Dazu wusste Karl Hirz jun. in seinem Sportbericht mehr zu berichten. Er stellte die Einzelergebnisse verschiedener Schützen bei den Wettkämpfen heraus, musste aber auch vermerken, dass die drei Mannschaften Unterwössen I, Unterwössen II und Unterwössen Luftpistole I alle abgestiegen seien. “So etwas kann passieren.” meinte Karl Hirz. Dennoch appellierte er eindringlich an die Schützen mit mehr Training die nächste Saison besser zu gestalten.
Vorstand Martin Stocker stieß in das gleiche Horn: “Es schlägt sich nieder, wenn man nicht zum Schießbetrieb kommt.”
Der Erste Gauschützenmeister Klaus Daiber, aus Bernau angereist, um Vereinsmitglieder zu ehren, hatte aufmerksam zugehört. Natürlich müssten sich Martin Stocker und sein Vorstand um die Besucherrückgänge bei den Gästeschießen und um mangelnden Eifer bei den Schießveranstaltungen Gedanken machten. Ein Einzelproblem der Unterwössner Schützengesellschaft sei das aber nicht. Diese Tendenzen seien allgegenwärtig im Gau und vor allem auch darüber hinaus. Der Gau Traunstein-Chiemgau bekomme – so Klaus Daiber – auch kein Gauschießen hin, so bitter das auch sei. Im Rosenheimer Gau gäbe es das schon seit Jahren nicht mehr. Klaus Daiber fasste zusammen: Für ihn sei die Schützengesellschaft Gscheuerwand “ein solider Verein, der die schwache Schießbeteiligung mit anderen Vereinen teilt”.
Einen positiven Kassenbericht für das Jahr 2011 steuerte der Erste Kassierer Christian Stuffer bei. Er benannte Schießveranstaltungen, die positiv geschlossen hätten, aber auch andere, die ein deutliches Minus gebracht hätten. Doch seien die Verluste aus dem Schießbetrieb insgesamt durch die Beteiligung der Gscheuerwand an wirtschaftlichen Veranstaltungen mehr als abgedeckt worden. Kassenrevisor Karl Hirz sen. bescheinigte eine sorgfältige, beanstandungsfreie Kassenführung des Vereins und dem Vorstand wurde auf seinen Antrag von der Versammlung einstimmig Entlastung erteilt.
Turnusmäßig stand dann der gesamte Vorstand zur Neuwahl. Dabei sollte der Vorstand Martin Stocker nach jetzt 21 Jahren als Vorstand – so war es vor drei Jahren abgesprochen – durch Anton Fritschka abgelöst werden. Doch Anton Fritschka legte kurz dar, warum das entgegen seiner Zusage zurzeit nicht möglich sei. Er könne bei aller Anstrengung nur als zweiter Vorstand kandidieren. Eine Wortmeldung und heftiger Beifall zeigten, dass seine Situation als zwingend eingeschätzt und seine Entschuldigung allseits akzeptiert wurde.
So war auch dieses Jahr der Erste Vorstand Martin Stocker gefragt. Doch der stellte seiner neuen Kandidatur eine kurze Ansprache mit Kernaussagen voran. “Wenn ich weiter tue, dann nur bei 100-prozentiger Sicherheit, dass das das letzte Mal ist!” Und: ” Ich habe es furchtbar dick, dass ich Mitglieder immer vergeblich anrufe, und es deshalb heute schon oft gleich zusätzlich selbst mache.” Und wenn er noch einmal die Antwort auf eine höfliche Bitte an ein Vereinsmitglied erhalte “Mach es doch selbst!” wäre er noch in derselben Sekunde dahin. Er räumte zwar ein, dass diese Mitgliederversammlung vielleicht für diese Ansprache genauso das falsche Publikum sei, wie die Kirchgänger im Sonntagsgottesdienst, wenn der Pfarrer zum Gottesdienstbesuch aufrufe. Aber es müsse endlich gesagt und im Verein auch verbreitet werden.
Die Neuwahlen waren innerhalb des Vorstandes sorgfältig vorbereitet und Bürgermeister Hans Haslreiter führte sie als Wahlleiter routiniert durch. Im Amt bestätigt wurden jeweils der Erste Schützenmeister und damit Vorstand Martin Stocker, Schriftführerin Gabi Daxenberger-Wieland, Erster Kassenrevisor Karl Hirz sen., Sportleiter Karl Hirz jun., Jugendleiter Anton Fritschka und Rudi Ager als Beisitzer. Weil Manfred Enzinger nicht mehr für den Zweiten Schützenmeister kandidierte, übernahm Anton Fritschka das Amt. Manfred Enzinger wurde Dritter Schützenmeister anstelle des scheidenden Sepp Gasteiger. Christian Stuffer kandidierte nicht mehr für den Ersten Kassierer. An seiner Stelle kam der in Abwesenheit gewählte Siegfried Drexl. Den dadurch frei gewordenen zweiten Kassierer übernahm Marc Rohleder. Zweiter Kassenrevisor wurde für den ausscheidenden Alfred Gürz Christian Stuffer. Weitere vier Beisitzer wurden durch eine junge Mannschaft ersetzt aus Andreas Höglauer, Marc Rohleder, Markus Ager, Sieglinde Stuffer. Das Amt des Fahnenjunkers übernahm Dimitri Scheufler von Helmut Oberwallner, der jetzt Fahnenbegleitung zusammen mit Christian Stuffer ist. Alle Wahlergebnisse waren einstimmig, bei der ein oder anderen Enthaltung.
Bürgermeister Hans Haslreiter dankte für die hervorragend organisierte Wahl. Er freute sich, dass mit diesen Wahlen weitsichtig ein gesunder Altersaufbau mit nachrückender Jugend geschaffen sei. So sei der 138 Jahre alte Verein, der zweitälteste in Unterwössen, auch für die Zukunft gut aufgestellt. Er dankte dem Vorstand um Martin Stocker für die gute Vereinsarbeit und wünschte dem neuen Vorstand und dem Verein viel Glück und Erfolg in der Zukunft.
Alter und neuer Vorstand Martin Stocker dankte im Schlusswort seinen Mitglieder für die geleistete Arbeit, stellte verschiedene von Ihnen, vor allem auch die aus den Ämtern scheidenden namentlich besonders heraus. Er hatte zuvor auch die Beteiligung des Vereins bei verschiedenen Veranstaltungen in der Gemeinde und der Region gelobt, vor allem auch bei den kirchlichen Veranstaltungen.





















































