Unterwössen | Tourismusausschuss am 21. Februar 2011
Feb 27th, 2011 | by lukk | Rubrik: Nachlese, Unterwössen
So wie diese in die engere Wahl gekommenen beiden Schilder, so ähnlich soll demnächst die Wanderwegebeschilderung in der Gemeinde Unterwössen aussehen. Am Beispiel des unteren Schildes verdeutlichte Dr. Dieter Stein (FWG), dass kleine Schrift zu Leseschwierigkeiten führen könnte. Zu kleine Schrift will der Tourismusaussschuss vermeiden, war darauf die einhellige Meinung.
Unterwössen. Die Anforderungen durch das erweiterte und verbesserte Wintersportangebot in der Gemeinde und den Bedarf für das Sommerwanderwegenetz beantwortet der Tourismusausschuss der Gemeinde Unterwössen jetzt mit Plänen für einen neuen Loipen und Winterwanderwegeplan, einen überarbeiteten Ortsplan, jeweils einheitliche Beschilderungen von Loipen, Winterwander- und Sommerwanderwegen für die nächste Saison. Die für Feriengäste kostenlose Achentalbuslinie wird wieder auf die ursprüngliche Größe der Vorjahre ohne Reit im Winkl und Prien zurück gefahren. Die Kontrolle der Kurbeitragsauflagen bleibt für ein weiteres Jahr. Das und andere Themen waren Gegenstand der Tourismusausschusssitzung unter Leitung von Bürgermeister Hans Haslreiter (CSU).
Achentalbuslinie
Das gut gemeinte Angebot, die für die Gäste kostenlose Achentalbuslinie auf die Orte Prien und Reit im Winkl auszudehnen, lässt sich nicht halten. Während in den Vorjahren Kosten von ca. 4000 Euro von der Gemeinde für dieses Schmankerl aufgebracht werden mussten, ist das jetzt erweiterte Angebot in 2010 mit ca. 12.000 € zu Buche geschlagen. Das ist für die Gemeinde Unterwössen ebenso wenig finanzierbar, wie für die anderen beteiligten Gemeinden, die es im gleichen Verhältnis trifft. Eine Einbeziehung z.B. der Gemeinde Reit im Winkl, um die Finanzierung auf weitere Füße zu stellen, ist zumindest für dieses Jahr gestorben, weil nach dortiger Auskunft von Bürgermeister Heigenhauser Reit im Winkl im beschlossen Jahreshaushalt 2011 für solche Mehraufwendungen keinen Raum sieht und zudem auf keinen Fall die bisher geübte Kostenverteilung nach Gästeübernachtungszahlen akzeptieren würde. Ein anderes Modell, vom Fahrgast einen geringen Kostenanteil von 50 Cent oder einem Euro zu erheben, um zum einen vor übermäßigem Gebrauch abzuschrecken, zum anderen eine Kostenbeteiligung zu erhalten, scheitert an der RVO. Die sieht sich zwar in der Lage, weiterhin mit Strichlisten jeden Ferienfahrgast zu erheben, nicht aber von diesem einen festen runden Beitrag zu kassieren. Ab 1. Mai – so die einhellige Meinung im Tourismusausschuss – wird es die kostenlose Achentalbuslinie also nur noch im früheren Fahrgebiet ohne Prien und Reit im Winkl geben. Das entspricht auch der Intention von Martin Färbinger für den Wirtschaftsverband Wössen, der sich in einem hierzu verlesenen Brief gegen die Abwanderung der Kaufkraft durch die erweiterte Buslinie aussprach. Für den Gast mag es da kleiner Trost sein, dass die Chiemgau-Schifffahrt ihr Angebot am Steg Übersee erweitern will, um dem Fahrgast per Schiff die anderen Chiemseeorte wie Prien näher zu bringen.
Wössner Biathlon-Shuttle-Bus
Zufrieden zeigte sich die Tourist-Info-Leiterin Theresa Schmid von der Nachfrage nach dem Biathlon-Bus während des Weltcups nach Ruhpolding. In 2010 hätten 447 Gäste aus der Gemeinde das Angebot angenommen, in 2011 jetzt 371. Das waren deutlich mehr Gäste als aus den einzelnen Nachbargemeinden belegte Frau Schmid mit Zahlen. Dabei schreibt sie die geringere Nachfrage in diesem Jahr dem schlechten Wetter und nicht sinkendem Interesse zu. Eigentlich ist der Busfahrpreis im Bereich aller versorgten Gemeinden ein Einheitsfahrpreis von 9 Euro für Hin- und Rückfahrt. Das erschien der Tourismusinformation und der Gemeinde für die Fahrtstrecke von Unter- und Oberwössen zur Chiemgau-Arena unangemessen, so dass die Gemeinde Unterwössen 2 Euro davon übernommen hat, damit die Gäste für 7 € fahren konnten. Außerdem verursachte das gemeinsame Buchungssystem der beteiligten Gemeinden noch einmal höhere Kosten. Vor dem Hintergrund einer für eine Weltmeisterschaft besonderen Nachfrage unterbreitete die Tourist-Info-Leiterin den Vorschlag, einen eigenen Unterwössner Biathlon-Bus einzurichten, der nach ersten Berechnungen 7 Euro für Hin-und Rückfahrt kosten und die Kosten für das Buchungssystem sparen würde. Die Ausschussmitglieder entschieden sich für dieses Modell. Zur Besprechung von Angeboten und Angebotsbedingungen verwies der Ausschuss die weitere Diskussion in den nichtöffentlichen Teil.
Vermieterkontrolleur
Das Modell des Gästekontrolleurs, der zu überprüfen sucht, ob die Vermieter und Zweitwohnungsbesitzer den Meldepflichten im Rahmen der Kurbeitragssatzung nachkommen, hat sich als Erfolg erwiesen. Die Meldezahlen haben sich deutlich erhöht, die Meldungen werden zeitnah abgegeben. In Konsequenz hätten sich so die nicht unerheblichen Kosten für den Kontrolleur durch die Mehrmeldungen gedeckt. Weil die Tourist-Info trotzdem noch Kontrollbedarf insbesondere bei den meldepflichtigen Besuchern der Zweitwohnungsbesitzer sieht, beschloss der Ausschuss einstimmig, auch ein weiteres Jahr den Kontrolleur einzusetzen.
Neue Wintersportpläne und Ortsplan
Nach Auffassung der Verwaltung und der Tourist-Info mit Leiterin Theresa Schmid erfordert das erweiterte und verbesserte Winterangebot am Ort für die nächste Saison einen neuen Wintersportplan mit eingezeichneten Loipen, Skatingspuren und Winterwanderwegen. Die derzeitige Zwischenlösung, ein eher einfacher, kopierter Plan, genügt den Ansprüchen der Feriengäste nicht. Mit der Erstellung eines professionellen Planes könnte auch die willkommene Überarbeitung des Unter- und Oberwössner Ortsplanes einher gehen. Der Ausschuss war einstimmig dafür ein Angebot für solche neuen Pläne einzuholen.
Loipenbeschilderung
Insbesondere im Ortsteil Unterwössen ist die Beschilderung der Loipen in die Jahre gekommen und ergänzende Schilder werden benötigt. Auf der Grundlage von Beispielfotos wurde erörtert, wie so eine Beschilderung zukünftig aussehen könnte. Die Diskussion erbrachte, dass einfache Ausführungen zu wenig Informationen für den Läufer vermitteln, ein zu viel an Informationen bis zum Höhenprofil der Strecke viel zu unübersichtlich und teilweise mit kleiner Schrift unleserlich sein würde. Die Tendenz der Ausschussmitglieder ging zu einem Schild, dessen drei Farben den Schwierigkeitsgrad der Strecke vermitteln, die Loipennummer, das Ziel und die Entfernung angeben. Dazu sollen jetzt Angebote eingeholt werden. um dann ab der nächsten Saison gleiche Schilder für Ober- und Unterwössen nach und nach aufzustellen.
Wanderwegebeschilderung
In noch größerem Umfang stellt sich die Frage nach der Beschilderung der Sommerwanderwege. Ungefähr 800 Schilder auf ca. 200 Pfosten weisen im Gemeindegebiet dem Wanderer den Weg, derzeit aus Holz und oft verhältnismäßig aufwändig und kostenintensiv vom eigenen Bauhof gefertigt. Unter Berücksichtigung von Informationsgehalt, Erkennbarkeit, Lesbarkeit und Kosten geht die Auffassung der Ausschussmitglieder dahin, zukünftig gelbe Schilder mit dreifarbigen Symbolen für den Streckenschwierigkeitsgrad zu verwenden. Sie sollen das Ziel bezeichnen, die ungefähre Restwegezeitangeben und die Wanderwegnummer ausweisen. Vom Aussehen lehnen sie sich an die von der EU-Gemeinschaftsinitiative LEADER verwendeten Schilder an. Auch hier sollen Angebote eingeholt werden und vorläufig die vorhandenen Rohlinge verwendet werden. Nach und nach, Strecke für Strecke sollen dann über die Jahre die Wanderwege im ganzen Gemeindegebiet nach diesem neuen Konzept ausgeschildert werden.
Gastgeberverzeichnis
Der Verwaltung und der Tourist-Info ist nach wie vor ein Dorn im Auge, dass 19 Vermieter im Gastgeberverzeichnis ohne Bild inserieren und damit auch negativen Einfluss auf den gelungenen optischen Eindruck der Unterwössner und Oberwössner Seiten nehmen. Bevor andere Maßnahmen ergriffen werden, soll – so die Meinung des Ausschusses – noch einmal das Gespräch mit diesen Vermietern gesucht werden, auch sie zu einem Eintrag mit Bild anzuhalten.
IRS-Sofortbuchung durch Tourist-Info
Einige Tourist-Informationen der Region bewerben beim Besucher der Touristinformation eindringlich die Möglichkeit, in der Tourist-Information das Quartier über IRS unmittelbar zu buchen. Dem Vorteil, dass die Buchung damit abgeschlossen ist, der Gast somit gewonnen wurde, steht der Nachteil gegenüber, dass der Gast sich sein Quartier nicht vorher ansehen konnte, und dass für den Vermieter die IRS Buchungsprovision fällig wird, die nur zum Teil der Tourist-Information zugutekommt. Die Ausschussmitglieder folgten der Auffassung von Verwaltung und Tourist-Information dieses Buchungsmodell in Unterwössen nicht zu bewerben.
Im Zusammenhang mit dem IRS-Buchungssystem hat der Unterwössner Vermieter Achim Tegethoff, obwohl nur am Rande von der Problematik betroffen, eigene Verfügbarkeitsanfragen beim Portal www.chiemgau-tourimus.de gefahren, die er in einem Schreiben zusammenfasste, weil danach nur ein Bruchteil des Wössner Bettenangebotes ausgeworfen wurde. Dieses Schreiben hat bis in die Spitzen des Chiemgau-Tourismus einiges an Diskussion und Prüfung gebracht. Die dortige, schriftlich erbetene Antwort zu der Problematik steht aber noch aus.
Künstlerinitiative Roter Stuhl
Nachdem verschiedene Bedenken und Meinungen gegen die Installation eines überdimensionalen roten Stuhles im Wössner See als Kunstobjekt und Sprungturm sprechen, möchte der Unterwössner Künstler Manfred Feith-Umbehr Unterstützung gewinnen, einen solchen Stuhl mit einer Gesamthöhe von 10 Metern am Flugplatz im Bereich des Towers aufzustellen. Wegen der Größe, die Sitzfläche befindet sich in 4 Meter Höhe, müsste er auf Fundamente gestellt werden. Der Stuhl wäre kostenlos, er sucht eine neue Heimat. Die Kosten für die Installation und Errichtung schätzt der Künstler auf ca. 8.500 €. Der Ausschuss sprach sich ohne Aussprache gegen eine Unterstützung dieses Projektes aus.





















































