Unterwössen | Unterwössen nimmt Abschied vom Altbürgermeister Josef Kurz-Hörterer
Feb 22nd, 2011 | by lukk | Rubrik: featured, Nachlese, UnterwössenUnterwössen. Am Montagmittag erhielt der Bürgermeister Hans Haslreiter aus der Familie die Nachricht, dass der Altbürgermeister Josef Kurz-Hörterer am Morgen im Alter von 87 Jahren verstorben ist. Die Gemeinde Unterwössen und der Bürgermeister zeigen sich tief betroffen.
Dreißig Jahre hatte Josef Kurz Hörterer von 1966 bis 1966 die Geschicke Unterwössens als Erster Bürgermeister bestimmt und hier wie andernorts deutliche Spuren hinterlassen.
Vor 87 Jahren , am 19. Oktober 1923, im Ortsteil Unterwössen geboren, erbte er später den Schmidhauser und den Schneiderhof. Nach seinem Kriegsdienst und dem Kriegsende formte er aus beiden einen großen funktionierenden Wirtschaftbetrieb, dem er seine Schaffenskraft widmete. Daneben war er in 1960 für eine Legislaturperiode Gemeinderat. Er war parteilos – viel später erst trat er in die CSU ein – als er von einer breiten Bevölkerungsbasis als Gegenkandidat des damaligen Bürgermeisters Otto Stumbeck zur Bürgermeisterwahl aufgestellt wurde. Der Neuling gewann die Wahl.
Er schrieb sich zukünftig zwei Ziele auf die Fahne: den Fremdenverkehr und die Ortsentwicklung. Unter seiner Ägide kam es zum Bau des Hallenbades und der Turnhalle. Der große Sportplatz entstand. Die Freiwillige Feuerwehr erhielt ihr Feuerwehrhaus, den ersten Bauabschnitt des heutigen. Für Einheimische wurde die Siedlung Garbmühl erschlossen. Der neue Friedhof entstand.
Seine enge Verbundenheit mit Oberwössen führte im Rahmen der Gebietsreform gegen so manche Widerstände zur Doppelgemeinde Unterwössen aus Oberwössen und Unterwössen. Auch dort in Oberwössen war er wegen seiner Verdienste sehr beliebt. Damit und mit der Neugründung des Abwasserzweckverbandes Achental (AZV) setzte er auch überörtlich Maßstäbe. Von 1978 bis 1990 bestimmte er die Kreistagspolitik mit.
Die Unter- und Oberwössner mochten ihn nicht nur wegen seiner Leistungen. Er war beliebt, weil er mit beiden Beinen im Alltag verwurzelt blieb, was sich bei ihm in einem ständigen Wechsel zwischen Stallgewand und dem Bürgermeistertrachtenanzug zeigte. Gern ließ er sich unterschätzen, wenn er in Verhandlungen für seine Gemeinde den Landwirt heraus kehrte, dem Verwaltung und Behördenabläufe fremd wären, um dann mit Bauernschläue und einer unendlichen Beharrlichkeit die Ziele seiner Heimatgemeinde erfolgreich und oft überraschend durchzusetzen. Beliebt war er auch, weil er gesellig war und allzeit für Tracht und Brauchtum einstand.
Über die gemeinsame Arbeit im Pfarrgemeinderat hinaus pflegte er eine enge Beziehung zum Pfarrer, dem späteren Monsignore Franz Niegel, und aus deren enger Zusammenarbeit erwuchs so manch bestechendes Projekt für Kirche, Schule, Kultur oder Büchereien.
Mit seiner Frau Anna hat er Ende letzten Jahres seinen 60. Hochzeitstag gefeiert. Die Kinder Josef, Annemarie, Elfriede, Gerlinde, Reinhard und Siegfried sind zwischenzeitlich erwachsen und haben ihren Weg längst gemacht. Ganz Unterwössen fühlt mit der Familie und deren Angehörigen.
Die Gemeinde wird am Freitag, dem 25. Februar, um 9 Uhr, in der Pfarrkirche St. Martin Abschied von Josef Kurz-Hörterer nehmen. Die Beerdigung schließt sich an.






















































