Unterwössen | Welturaufführung – “Das fiese Orakel!”
Okt 17th, 2010 | by lukk | Rubrik: Nachlese, UnterwössenUnterwössen. Bisher haben nur die Schüler der heutigen 8. Klasse der Volksschule Unterwössen bei Vollmond nachts Hand in Hand einen Ring um die geschnitzten Holzköpfe vor dem Schulgebäude gebildet. In Zukunft wird das wohl öfter geschehen, auch wenn das Ganze nur Sinn macht, wenn man vorher eine grauslige Ekelbrühe zusammen mixt. Zu deren angenehmen Zutaten zählt dabei eine Locke vom Pfarrer, zu den unangenehmen der Kuhfladen und die zersägte Vogelspinne. Aber nur so führt der Weg zum “fiesen Orakel” und seinen Diensten.
Die Geschichte, wie sich diese Schüler der Dienste des dortigen Orakels bedienen, um an bessere Leistungen in der Matheprobe zu gelangen, ist das Thema des liebevoll gemachten zehnminütigen Kurzfilms, der von den Schülern der damals 7. Klasse im Juli des Jahres 2010 gedreht wurde. Seitdem wurde von allen dessen Uraufführung heiß herbei gesehnt. Jetzt fand die in der überfüllten Schulaula statt und war ein Riesenerfolg.
Die Geschichte ist intelligent, locker erzählt, witzig aufgeführt, leidenschaftlich geschauspielert und weist eine große Schlußpointe auf. Und deshalb zeichnet sich auch erstes Interesse ab. Beim renommierten Camgaroo Award, dem Oscar der Hobbyfilmer, bei dem die Unterwössner Schule schon in Vorjahren Erfolge einheimsen konnte, ist der Film in der Rubrik der Schulfilme in die Auswahl der besten sechs gelangt. Erstmals ist jetzt ein Film der Schule auch bei den Filmtagen Bayerischer Schulen eingereicht. Die Aussichten bei diesem Wettbewerb lassen sich noch nicht bemessen. Einen Achtungserfolg konnte der Film aber insoweit verzeichnen, als er zum Eröffnungsfilm der Filmtage ausgewählt ist.
So muss sich die Klasse teilen, um zu beiden Filmveranstaltungen in Würzburg und München den Film zu präsentieren.
Was hat zu diesem Filmprojekt geführt? Rektor Otto Manzenberger erläuterte, dass er aufgrund seiner Freundschaft zum Filmemacher Roland Kanamüller vor 16 Jahren dazu gekommen sei, ein Filmprojekt mit Schülern ins Leben zu rufen. Seitdem werde er bei Übernahme einer jeden Klasse von Schülern bedrängt, auch mit ihnen einen Film zu machen. Den Sinn eines solchen Projektes habe er auch jetzt wieder erkannt. Mit der harten, konzentrierten Arbeit hin zum Filmerfolg, werde aus nur bedingt konzentrationsbereiten jungen Menschen hochmotivierte Hochleistungsarbeiter, die im Team zusammengeschweißt Opfer und Spitzenleistungen erbringen und sich selbst von einer ganz anderen Seite kennen lernen. Nachtdreharbeiten von 20 Uhr am Abend bis um sechs in der Früh seien konzentriert und motiviert durchgezogen worden.
Dabei habe Roland Kanamüller mit Engelsgeduld und einem unglaublichen Zeitaufwand nicht nur bei den Dreharbeiten, sondern vor allem auch beim Filmschnitt in das Projekt investiert. Ohne ihn und das aus den Filmideen von Evi Zimmermann geschriebene Drehbuch wäre der Film nicht möglich geworden. Beide erhielten kleine Geschenke für ihre Leistungen.
Zudem stellte Rektor Manzenberger die Schüler und Ihre Anteile am Gelingen des Films heraus. So bekamen auch die “Techniker” und anderen Leute hinter der Kamera ihren heftigen Beifall ab.
Insgesamt wurde der Film dem begeisterten Publikum drei Mal vorgeführt. Einmal einfach zum Spaß, dann nach der Vorstellung der Schauspieler, Schüler und Helfer ein zweites Mal. Und dann nach einer Pause – weil es so schön war – noch ein drittes Mal.
Besonderen Spaß machte aber das sogenannte Bonusmaterial, zusammengestellte Filmschnipsel aus misslungen Drehszenen, wenn der Text vergessen wurde, eine Henne ihren Part nicht spielen wollte, ein Eiwurf sein Ziel nicht fand und vieles mehr. So wurde auch deutlich, wie viel Arbeit darin steckt, Szenen bis zu zehn Mal zu wiederholen, ehe sie dem Regisseuranspruch genügen.
Natürlich gehen solche Großprojekte wie eine Film-Welturaufführungen nicht ohne Kollateralschäden ab. In diesem Fall schlug die Anschaffung einer Filmbreitleinwand und eines Beamers für hochauflösende Bilder eine prächtige Schneise in die Kassen der Gemeinde und des Fördervereins. Bei beiden und bei Spenderfamilien bedankte sich Rektor Otto Manzenberger ganz besonders.

























































[...] Sie erinnern sich? Vor kurzem habe ich unter http://www.chiemkies.de einen begeisterten Bericht über die rauschende Welturaufführung des Schülerfilms “Das fiese Orakel” veröffentlicht, der damals bei den Dreharbeiten im Juli 2010 noch 7. Klasse der Volksschule [...]