Unterwössen | Wössner Adventsingen 2011 – großes Konzert in der Pfarrkirche St. Martin
Dez 18th, 2011 | by lukk | Rubrik: Nachlese, Unterwössen
In der abgedunkelten Pfarrkirche St. Martin trägt Anton Blank seinen Text vor, hinter ihm die Musikanten, vor ihm das Publikum
Unterwössen. Das Gänsehautgefühl ergriff beim Wössner Adventsingen am letzten Sonntag jeden in der voll besetzten Pfarrkirche St. Martin. 70 Personen, vor allem Musikanten und Solisten, aber auch Hirtenkinder, Leser und Schauspieler machten auch sich selbst den Abend zu einem Geschenk.
Obwohl die Pfarrkirche St. Martin bis auf den letzten Platz besetzt war, herrschte völlige Stille als mit dem Anschlag der Glocke und einer Fanfare das Konzert begann. Platz hatten die Musikanten und ihre Instrumente nur deshalb im Altarraum gefunden, weil der mit einem Holzpodest vergrößert war. Was folgte war eine bunte Mischung aus sakralen Liedern bayrischer Volksmusik und stimmungsvoll gelesenen Texten. Jeder Musiker und Sänger schien sich der besonderen Situation bewusst. Alle trugen besonders sorgsam vor und achtete auf die feinen Übergänge zwischen den Stücken. Während die Unterwössner Mitwirkenden wie der Kirchenchor, die Wössner Weisenbläser und das Wössner Erntedankensemble aufeinander eingespielt sind, fügten sich auch die auswärtigen Ensembles mit dem Rheinbacher Dreigesang und der Tassilo Musik nahtlos ein. Nein, sie setzten sogar deutliche Höhepunkte. Tassilo Musik ist außergewöhnlich mit Oboe, Englischhorn, Geige, Zither, Harmonika, Harfe und Kontrabass besetzt. Das führt zu fein abgestimmten, in ihrer Art ungewöhnlichen Klangfarben. Der Oberösterreicher Rainbacher Dreigsang war eine wunderbare Ergänzung. Und da standen die Unterwössner Solisten mit Margit Schlaipfer (Sopran), Ute Glanz (Alt), Toni Entfellner (Bass) und Franz Auer (Bariton) nicht hinten an. Klar und sauber klangen ihre Stimmen bis in den letzten Winkel des riesigen Kirchenschiffes.

Blick von der Empore der Pfarrkirche St. Martin beim Wössner Adventsingen 2011 über das dunkle Kirchenschiff bis hin zum mit Musikern übervollen Altarraum.
Besonders feinfühlig leitete an diesem Abend Jochen Langer den Kirchenchor durch das Programm und verschmolz mit seinen Sängern zu einer Einheit. Besonders eingespielt, aber eben auch besonders herausgefordert, die Wössner Weisenbläser unter Franz Glanz jun. und das Wössner Erntedankensemble zeigten sich meisterlich. Eine lustige und frische Note bekam der Abend durch die Auftritte der Trachtenkinder, die mit Ute Glanz ein Hirtenspiel einstudiert hatten. Und dazwischen gab es immer wieder die ganz besonderen Texte, geschrieben von Regina Zeißl und Martina Dufter, gesprochen von den Theaterern Claudia Schweinöster und Anton Blank, wie auch den Klöpflkindern.

Die Kinder des Trachtenvereins D'Achentaler führen ein Hirtenspiel auf
Die über 30 Programmpunkte waren wie aus einem Guss, denn mit hoher Konzentration und großem Einfühlungsvermögen schafften die Mitwirkenden seidenweiche Übergänge. Bei der Generalprobe soll das alles noch nicht so flüssig ausgegangen sein, und erkennbar war es eine gewaltige Aufgabe gewesen, die so unterschiedlichen Beiträge ineinander zu komponieren. Sie war dem Veranstaltungsleiter Otto Dufter jun. und seinen Mitwirkenden gelungen. Dazu war die Pfarrkirche St. Martin stimmungsvoll abgedunkelt und mit Kerzen ausgeleuchtet. Das alles schuf eine Atmosphäre, die das Publikum gleich zu Beginn anfasste und nicht mehr losließ. Die Spannung entlud sich in einem riesigen Schlussapplaus mit stehenden Ovationen. Und auch die Musiker und Teilnehmer konnten nichts anderes tun, als sich zu dieser Leistung zu beglückwünschen.
In der langen Kette der auf den Volksmusikpfarrer Franz Niegel und Annette Thoma zurückgehenden Wössner Adventsingen wird dieser Abend einen ganz besonderen Stellenwert behalten.
Ein Eintritt war nicht erhoben worden, Spenden waren freigestellt. Dass es trotzdem zu einem so großen Abend mit einem entsprechenden Ankündigungsvorlauf kommen konnte, war auch dem Wössner Wirtschaftsverband unter Führung von Andreas Bär und Margot Sachenbacher zu danken, der sich an Organisation und Finanzierung des Abends beteiligt hatte.





















































